Low Dose Immunotherapy
LDI ist die sanfte Reprogrammierung deines Immunsystems. Statt zu überfordern, lernt es mit ultraniedrigen Dosen wieder echte Toleranz
Was ist LDI?
LDI ist eine moderne Form der Immuntherapie, die von Dr. Ty Vincent (USA) weiterentwickelt wurde. Sie basiert auf dem Prinzip, dem Immunsystem extrem niedrige, individuell angepasste Dosen eines Auslösers (Antigens) zu geben, um eine überreaktive Immunantwort zu regulieren statt zu unterdrücken.
Grundprinzip
Bei vielen chronischen Beschwerden reagiert das Immunsystem nicht „zu schwach“, sondern fehlgeleitet oder überschießend (z. B. bei Allergien, Autoimmunprozessen, chronischen Entzündungen).
LDI nutzt ultraniedrige Antigen-Dosen, um sogenannte regulatorische T-Zellen (Tregs) zu aktivieren. Diese helfen, die Immunantwort neu zu „kalibrieren“ und Toleranz gegenüber dem jeweiligen Trigger aufzubauen.
Wofür wird LDI eingesetzt?
LDI kann individuell angepasst werden bei u. a.:
- Allergien & Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Histaminintoleranz & Mastzellaktivierung
- Autoimmunen Reaktionen
- Chronischen Infekten (z. B. Borreliose, EBV, Candida)
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Umwelttriggern (Schimmel, Pollen, Chemikalien)
- Hauterkrankungen (z. B. Ekzeme, Psoriasis)
- Uvm.
Wie läuft eine LDI Behandlung ab?
- Identifikation des Triggers
Der relevante Auslöser (z. B. ein Nahrungsmittel, Allergen, Keim oder Toxin) wird über Anamnese, Labordiagnostik oder Testverfahren bestimmt. - Individuelle Verdünnung
Das entsprechende Antigen wird in extrem hoher Verdünnung hergestellt (Millionen- bis Milliardenfach). Die exakte Dosis ist entscheidend: Zu hoch → Symptome können sich kurzfristig verstärken, Zu niedrig → keine Wirkung - Gabe der Dosis
Meist als Tropfen unter die Zunge oder als Injektion. - Beobachtungsphase
Die Wirkung wird über mehrere Wochen beurteilt. Je nach Reaktion wird die Dosis angepasst und ggf. wiederholt.
Was macht die LDI besonders?
- Ursachenorientiert: Nicht nur Symptome werden gedämpft, sondern die fehlgeleitete Immunreaktion wird neu programmiert.
- Sehr niedrige Nebenwirkungsrate: Durch die extrem geringe Dosierung ist die Methode in der Regel gut verträglich.
- Hoch individualisierbar: Jede Person erhält eine eigene Dosis, abgestimmt auf ihr Immunsystem.
- Regulatorischer Ansatz: Ziel ist Immun-Toleranz, nicht Immunsuppression.
Abgrenzung zu klassischer Hyposensibilisierung
Bei der klassischen spezifischen Immuntherapie werden dem Körper über Monate bis Jahre schrittweise steigende Allergenmengen zugeführt.
Ziel ist es, das Immunsystem langsam an den Auslöser zu „gewöhnen“, bis es weniger stark reagiert.
Merkmale:
- Regelmäßige Gaben (oft wöchentlich oder monatlich)
- Dosis wird kontinuierlich erhöht
- Wirkt vor allem über eine Verschiebung der Immunantwort (Th2 → Th1)
- Relativ hohe Allergenmengen im Vergleich zu LDI
- Häufig lokale oder systemische Nebenwirkungen möglich
- Standardisierte Protokolle, weniger individualisiert
Diese Methode funktioniert gut bei klassischen Allergien (z. B. Pollen, Hausstaub), greift aber oft zu kurz bei komplexen Immunstörungen wie Mastzellaktivierung, Autoimmunprozessen oder multiplen Triggern.
LDI verfolgt einen grundlegend anderen immunologischen Ansatz.
Statt steigender Dosen wird hier eine extrem niedrige, individuell exakt abgestimmte Dosis des jeweiligen Antigens verabreicht – oft millionen- bis milliardenfach verdünnt.
Der Fokus liegt nicht auf „Gewöhnung durch Mehr“, sondern auf gezielter Immun-Neukalibrierung.
Merkmale:
- Sehr große Verdünnungen (ultraniedrige Dosen)
- Längere Abstände zwischen den Gaben (meist alle 6–8 Wochen)
- Jede Dosis wird individuell titriert und bei Bedarf angepasst
- Ziel ist Immun-Toleranz, nicht Immundämpfung
- Sehr geringe Nebenwirkungsrate
- Auch einsetzbar bei komplexen Triggern (Nahrungsmittel, Keime, Schimmel, Chemikalien)